Aktuelles

  750-Jahr-Feier

  Lage

  Chronik

  Freizeit & Erholung

  Sehenswertes

  Instutitionen

  Impressionen

  Gatower Links

  Impressum

  Kontakt

zurück zu Sehenswertes
Gutshof Gatow

Der Gutshof Gatow war im Gegensatz zu den Adelsgütern, d.h. Rittergütern, von Anfang an ein bürgerlicher Gutshof. Bürgerliche Güter sind erst durch die Stein-Hardenbergschen Reformen zu Beginn des 19. Jht. möglich geworden. So ist auch der Gutshof Gatow um ca. 1850 entstanden. Auf Landkarten wird er erstmals um 1860 erwähnt.

Ein Herr Gustav Techov war laut alten Besteuerungsunterlagen der erste Eigentümer. Im Jahr 1880 verkaufte er den Gutshof an den Rentier Karl Schmidt aus Berlin.

Zur Glanzzeit des Gutes wurden 221 ha Land bestellt, und in den Ställen standen 20 Pferde, 154 Rinder sowie 600 Schweine. Der Enkel des Rentiers Karl Schmidt, Karl Schroedter, verkaufte als letzter Gutsherr das Anwesen 1942 an die Stadt Berlin. Diese teilte das Gutsareal auf, was zu verschiedenen Nutzungen führte:
Gutshaus
Hauptgebäude; Foto: Heinz Hornig
Herrenhaus
Herrenhaus;
Foto: Sylvia Richter         http://www.sylviarichter.de
  • die Stallungen und die Remise (Buchwaldzeile 43) dienten schon um 1949 als Ausbildungsstätte für Jungpferde der berittenen Polizei,
  • die Gutsgärtnerei führte der letzte Gutsgärtner Adolf Schröder als selbständigen Betrieb weiter und
  • das alte Herrenhaus (Alt-Gatow 54) wurde erst als Polizeirevier 149 genutzt und dann als Kindergarten eingerichtet.

Die Gutsscheune, die den 2. Weltkrieg unversehrt überstanden hatte, ist 1963 für den Neubau der katholischen St. Raphaelkirche abgerissen worden.
Die neue Kirche (Alt-Gatow 44-50) errichteten von 1963 bis 1965 Maria Schwarz und Walter Michalik nach dem Entwurf des Architekten Rudolf Schwarz von 1960. Der innen und außen nüchterne Bau ist ein Produkt der damaligen Formensprache, die auf die Umgebung nur sehr wenig Rücksicht nahm. Das eigentliche Gotteshaus besteht aus einem knapp 18 m langen weißen Quader, dem sich wiederum ein 9-m-Quader anschließt. Die 6 m lange quadratische Sakristei liegt am entgegen gesetzten Ende des Ganges. Der Glockenturm erhebt sich separat zur Straße Alt-Gatow und diente gleichzeitig als Eingangstor. Das katholische Erzbistum Berlin mußte sich aus finanziellen Gründen von Immobilien trennen. Jetzt entsteht in Gatow eine Einkaufsmöglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger.
katholische Kirche
katholische Kirche;
Foto: Sylvia Richter         http://www.sylviarichter.de
Gemeinsam konnten die Gatower 2001 die Untat einer geplanten Zubetonierung der Gutsgärtnerei (Alt-Gatow Ecke Groß-Glienicker Weg) für einen Supermarkt im Herzen des Dorfes verhindern. Das Gärtnereigelände ist durch Verpachtung an den Bauern Bathe in seinem Fortbestand gesichert.
Ein zum Areal gehörender Eiskeller steht zur Buchwaldzeile hin, ist aber außer Betrieb. Die früheren Treibhäuser sind inzwischen beseitigt.
Das Ensemble aus Stallungen und Remise -nebst denkmalgerecht wiederhergestelltem Waschhaus und Backofen- wird jetzt als Reiterhof der Familie Reinicke genutzt.

2001 fand hier der erste Weihnachtsmarkt in der Geschichte Gatows statt. Allen Bürgerinnen und Bürgern öffnet sich das Gutsgelände zum Gutshoffest am zweiten Septemberwochenende oder zum inzwischen traditionellen Weihnachtsmarkt am 1. Adventswochenende von 12 bis 19 Uhr -natürlich auf eigene Gefahr- (Zugänge von der Buchwaldzeile 43 und vom Groß-Glienicker Weg Ecke Alt-Gatow).

Waschhaus und Backofen
Waschhaus und Backofen; Foto: Heinz Hornig
Wasserturm
Wasserturm;
Foto: Sylvia Richter         http://www.sylviarichter.de
Zum früheren Gutsbereich gehören jedoch noch weitere Bauten, auch wenn sich dies für den Betrachter erst auf den zweiten Blick erschließt.
Westlich der Buchwaldzeile steht auf halber Höhe des Hangs ein nicht mehr vollständig erhaltener Wasserturm aus roten Backsteinziegeln, deren Herkunft deutlich durch das eingestempelte "Rathenow" abgelesen werden kann. Der Wassertrum diente der Versorgung des Guts und hat momentan keine Funktion.
Südlich des Waschhauses befindet sich das ehemalige Gärtnerhaus (Buchwaldzeile 49). Das durch seine Dachkonstruktion bemerkenswerte jetzige Wohnhaus soll angeblich vorher auf der Pfaueninsel gestanden haben.

Außerdem existieren noch die Gebäude für die Landarbeiter des Guts in der Buchwaldzeile 54-56 (Vorderhaus, Stall und Hinterhaus aus der Zeit um 1860),
in der Str. 264, Nr. 1 (auch "Schnitterkaserne" genannt),
und in der Plievierstr. 1 (Wohnbau).

Ulrich Reinicke, Ingo Marquardt

Landarbeiterhaus Buchwaldzeile 54-56
Landarbeiterhaus;
Foto: Sylvia Richter         http://www.sylviarichter.de
zurück zu Sehenswertes