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König-Wilhelm-Turm, Kaiser-Wilhelm-Turm, Grunewaldturm

Ausblick vom Grunewaldturm auf Gatow
Foto: Ingo Marquardt


Der heute sogenannte Grunewaldturm gehört zwar zum Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, doch besteht eigentlich nur von Gatow aus der beste und schönste Blick auf ihn -
und dies bei fast jeder Jahreszeit, ob am Tage oder am Abend.

Der Turm hat eine Höhe von 55 m und steht auf dem 79 m hohen Karlsberg. Von der Aussichtsplattform bietet sich den Besucherinnen und Besuchern - nun in umgekehrter Richtung - ein guter Ausblick auf das waldreiche Dorf Gatow, seine Felder und die Havellandschaft.

"Der Kreis Teltow baute mich 1897 / Koenig Wilhelm I zum Gedaechtniss", so lautet die auf zwei Seiten verteilte Inschrift am Turm. Über dem 1. Teil der Inschrift prangt der brandenburgische, über dem 2. Teil der preußische Adler.

Der Teltower Landrat von Stubenrauch schlug 1897 den Bau zur Erinnerung an den 100. Geburtstag des Monarchen vor. (Der Grunewald gehörte bis 1920 zum Kreis Teltow und nicht zum Berliner Stadtgebiet.) Die Finanzierung erfolgte aus Überschüssen und laufenden Mitteln des Teltower Haushalts.
Franz Schwechten, der Schöpfer u.a. der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und des Anhalter Bahnhofs, übernahm die Ausführung des in märkischer Backsteingotik gehaltenen Bauwerks.

Grunewaldturm
Foto: Ingo Marquardt
Der Standort wurde gewählt, weil der Turm ungefähr die Mitte der Hauptwirkungsstätten des Königs und Kaisers, Berlin und (Potsdam-) Babelsberg, markiert und im bevorzugten Jagdgebiet des Monarchen liegt.
Während der Kreis Teltow mehr den König von Preußen ehren wollte, nannten der bei der Einweihung 1899 regierende Kaiser Wilhelm II. und ein Großteil der Bevölkerung den Turm Kaiser-Wilhelm-Turm.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich daneben auch die Bezeichnung Grunewaldturm, die seit 1948 offiziell gilt.
Grunewaldturm von Gatow (der kleinen Badewiese) aus
Foto: Sylvia Richter         http://www.sylviarichter.de
In der reich ausgeschmückten Ehrenhalle steht eine von Ludwig Manzel geschaffene Marmorstatue Wilhelms I., die von Bronzewandreliefs Bismarcks, Moltkes, Roons und Prinz Friedrich Karls umgeben ist. Diese Reliefs wurden 1952 zum Schutz vor Buntmetalldieben ausgelagert. Die Wiederanbringung geriet in Vergessenheit und erfolgte erst 1978.

Flugsicherungsanlagen auf der Spitze sollen Kollisionen von Flugzeugen mit dem Turm verhindern.

http://www.grunewaldturm.de
Adresse:
Grunewaldturm/Kaiser-Wilhelm-Turm
Havelchaussee 61
14193 Berlin

Öffnungszeiten:
9.30-20 Uhr. Eintritt.
Ggf. im Restaurant nachfragen

Bus 218, Haltestelle Grunewaldturm


Der Schiffsanleger wird durch die Stern- und Kreisschifffahrt leider nicht mehr bedient.

Der erste von insgesamt ca. 30 Kaiser-Wilhelm-Türmen wurde 1890 in Marburg errichtet. Er erhebt sich noch heute hoch über der Stadt.
Weitere große sehenswerte Erinnerungsstätten an Kaiser Wilhelm I. findet man in Dortmund-Hohensyburg, an der Porta Westfalica (beide in Nordrhein-Westfalen), auf dem Kyffhäuser in Thüringen und am Deutschen Eck in Koblenz (Rheinland-Pfalz).

Übrigens: Das Pendant zum Kaiser-Wilhelm-Turm, die 1903-04 errichtete Bismarckwarte in den Köpenicker Müggelbergen, existiert seit 1945 nicht mehr. Sie wurde in den letzten Monaten des 2. Weltkrieges vor der heranrückenden Sowjetarmee von den Deutschen gesprengt.
http://www.bismarcktuerme.de


Grunewaldturm von Gatow (der kleinen Badewiese) aus
Foto: Sylvia Richter         http://www.sylviarichter.de
Zur Person Kaiser Wilhelms I.

Wilhelm I. aus dem Hause Hohenzollern wurde am 22.3.1797 als Sohn des späteren Königs Friedrich Wilhelm III. und der berühmten schönen späteren preußischen Königin der Herzen, Luise, geboren.

Seine Jugendzeit prägte die militärische Niederlage Preußens und die napoleonische Besatzung zu Anfang des 19. Jahrhunderts.
Da der Hof Wilhelms Liebe zu der rangniederen polnischen Adligen Elisa Radziwill nicht duldete, heiratete er 1829 Augusta von Sachsen-Weimar.

Foto vom Standbild des Kaisers
Standbild des Kaisers;
Foto: Ingo Marquardt
Als "Kartätschenprinz" schlug Wilhelm 1849 die letzten Aufstände der Revolution von 1848/49 -nach Ersuchen der süddeutschen Herrscher- mit militärischen Mitteln nieder (z.B. in Rastatt). Seit 1861 König von Preußen und Markgraf von Brandenburg, berief er wegen Auseinandersetzungen mit dem Parlament in der Frage der Heeresreform Otto von Bismarck 1862 in das Amt des preußischen Ministerpräsidenten. Bismarck bestimmte dann fast 30 Jahre lang die Geschicke der deutschen Politik.

Im Ergebnis der siegreichen Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 war Wilhelm ab 1867 zunächst Bundespräsident des Norddeutschen Bundes und seit der Proklamation durch die deutschen Fürsten am 18.1.1871 im Spiegelsaal zu Versailles -gegen seine innere Einstellung- Kaiser des von Bismarck neu geschaffenen Deutschen Reiches.


Wilhelm I. überlebte mehrere Attentate. Eines nahm Reichskanzler Bismarck 1878 zum Anlass für das Sozialistengesetz, mit dem die Sozialdemokratie bekämpft werden sollte. Andererseits besiegelte der Kaiser aber mit seiner Unterschrift auch die weit reichenden Gesetze zur Absicherung der Arbeiterschaft durch die Sozialversicherungen.

Am 9.3.1888 verstarb das beliebte Staatsoberhaupt.

Seine letzte Ruhe fand Wilhelm I. im Mausoleum des Schlossparks von Berlin-Charlottenburg.

Ingo Marquardt


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