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Chronik von Gatow an der Havel

Um 1200 Im Zuge der deutschen Ostsiedlung unter den askanischen Markgrafen Brandenburgs kann die Gründung des Dorfes Gatow angenommen werden.

Über die Jahrhunderte bildet sich ein Straßendorf, bei dem -grob unterteilt- havelseitig die Gehöfte und westlich der Dorfstraße bzw. Buchwaldzeile die landwirtschaftlichen Flächen liegen. Am Nordostende -etwas außerhalb des Dorfkerns- besteht direkte Wegeverbindung von und zur Havel und der dortigen Dorfablage.


1258 Erstmalige urkundliche Erwähnung Gatows
Anlaß der Nennung ist eine Verfügung zur Schenkung von Gatower Roggen durch Markgraf Johann I. (1220-1266) an das Benediktinerinnenkloster St. Marien in Spandau.


1558 Kurfürst Joachim II. (1535-1571) zieht die Klostergüter ein (Säkularisation). Das seit 1272 ebenfalls zum Kloster gehörende Gatow fällt an den Landesherren, der es als Amtsdorf dem Amt Spandau, nicht aber der Stadt Spandau, unterstellt.

1753 Friedrich der Große (1712-1786) hält zwischen Gatow und Döberitz ein 12-tägiges Manöver mit 44000 Soldaten ab.

1890 beginnt die reiche Stadt Charlottenburg auf den 362 ha großen Rieselfeldern die Verrieselung ihrer Abwässer in Gatow.

(1897-1899 Bau des Kaiser-Wilhelm-Turms, 1948 Umbenennung in Grunewaldturm)

1909 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Gatow

1920 Gatow wird mit Spandau vereint und in die Reichshauptstadt Berlin eingemeindet.

1932-1935 Bau der Siedlungen im Habicht(s)wald

1935 Der Name der von Spandau nach Kladow führenden Gatower Chaussee wird in die noch heute bestehenden Abschnitte Gatower Str. und Kladower Damm aufgeteilt. Die Dorfstr. erhält die neue Bezeichnung Alt-Gatow.

Einweihung des Militärflugplatzes Gatow.


April 1945 Am 27.4. besetzt die Sowjetarmee Gatow. Die Sowjets zerstören die Dorfschule an der Buchwaldzeile.

Juli 1945 Gatow wird mit Spandau Teil des neuen britischen Sektors von Groß-Berlin.

Aug./Sept. 1945 Das gesamte Gelände des Militärflughafens Gatow geht zusammen mit dem Ostteil von Groß Glienicke in die vollständige Hoheit der Briten über. Im Gegenzug fallen Weststaaken mit dem dortigen Flugplatz und ein Gatower Gebietszipfel der Rieselfelder an die Sowjetzone.

1948/49 Während der sowjetischen Blockade West-Berlins spielt der Flugplatz Gatow eine wichtige Rolle bei der Versorgung der Teilstadt mit Lebensmitteln, Gebrauchsgegenständen, Brennstoffen usw. Die bestehende Landebahn erhält bis Juli 1948 eine Verlängerung. Die Briten lassen als Verstärkung dazu eine zweite neu anlegen.

1980 und 1987 müssen auf Weisung der britischen Besatzungsmacht in der Gatower Heide für die Einflugschneise des Militärflugplatzes 38 500 Bäume abgeholzt werden.

Ab 1990 Entgegen den Bestrebungen des Landes Brandenburg wird der Gebietsaustausch vom August/Sept. 1945 im Gatower und Kladower Raum nicht rückgängig gemacht. (Weststaaken kehrt aber am 3.10.1990 nach Spandau zurück.)

1994 Der durch die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 bedingte Abzug der 4 Besatzungsmächte führt zur Schließung des Militärflughafens Gatow. In die Gebäude zieht die Bundeswehr u.a. mit dem Kommando der 3. Luftwaffendivision, dem Luftwaffenmusikkorps 4 und der Bundeswehrfachschule ein. Dem Komplex wird der Name "General-Steinhoff-Kaserne" verliehen.

2003 Gatow verliert das Flughafenareal mitsamt dem Luftwaffenmuseum und der Landstadt an Kladow.

2004 erscheint erstmals in der Geschichte Gatows eine Chronik über das Dorf.

2008 könnte Gatow die 750-Jahr-Feier seiner ersten urkundlichen Erwähnung begehen.

Eine Vorbereitungsgruppe hat sich gebildet. Jeder ist aufgerufen, konstruktive Vorschläge zur Ausgestaltung der Feier an die im Impressum genannten Ansprechpartner zu übermitteln.


Gatow, den 18. Januar 2004      Ingo Marquardt      (Alle Angaben ohne Gewähr!)

Die ausführliche Chronik über Gatow ist zu erhalten bei: marquardtingo@web.de.