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750-Jahr-Feier 2008

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750 Jahre 1. Urkundliche Erwähnung Gatows 2008

Für das Dorf Gatow an der Havel nähert sich unaufhaltsam die Wiederkehr des Jahrestags eines bedeutenden Datums: Der 5.12.1258.
An diesem Tag wurde der Ort erstmals in einer Urkunde erwähnt.
Damals ging es um eine Schenkung von Gatower Roggen durch den Markgrafen Johann I. (1220-1266) an das Nonnenkloster St. Marien der Benediktinerinnen in Spandau. Dies befand sich ungefähr auf dem heutigen Gelände der stillgelegten Post an der Klosterstraße (!).Der Anlass für die Ausfertigung der heute nicht mehr existierenden Urkunde bringt zwar die Wertschätzung des Markgrafen für das Kloster zum Ausdruck, ist aber im Vergleich zu Heirats-, Gebiets- oder Friedensverträgen von nicht so weit reichender Bedeutung. Daher ist die Gefahr, einem gefälschten Dokument aufzusitzen, eher als gering anzusehen.
Wird das Datum 1258 hochgerechnet, bedeutet dies, dass 2008 eine 750-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung begangen werden könnte. Nicht zu verwechseln sind die erste urkundliche Nennung und das tatsächliche Bestehen Gatows. Der Ort selbst wird bereits seit ca. 800 Jahren existieren, da die Gründung im Zuge der deutschen Ostsiedlung unter den askanischen Markgrafen Brandenburgs um etwa 1200 anzunehmen ist. Nach bisherigen Recherchen wäre die 750-Jahr-Feier 2008, das erste Fest zu einem Ortsjubiläum überhaupt.
Wenn ausreichend Interesse im Dorf besteht, genügend fleißige Hände konstruktiv mitarbeiten sowie Sponsoren finanzielle Mittel aufbringen, kann das Jahr 2008 ein großes Ereignis für alle Gatowerinnen und Gatower mit ihren Gästen aus Spandau, Berlin und dem Rest der Welt werden.

Alle aus nah und fern sind aufgerufen, sich an der Ausgestaltung des Jubiläums zu beteiligen, sei es durch Anregungen, eigene Mitarbeit, materielle oder finanzielle Unterstützung.



Präsentation des Gatower Wappens

Im Jahr 2008 kann Gatow auf die 750. Wiederkehr seiner ersten urkundlichen Erwähnung zurückblicken. Als weiteren Schritt auf dem Weg zur Feier haben sich der Hohengatower Grafiker Heinz Hornig und seine Ehefrau Gedanken zur Schaffung eines Gatower Wappens gemacht. Produkt dessen war ein Entwurf, mit dem hauptsächlich ein Ziel erreicht werden sollte: Identifikation schaffen, auf die landschaftlich schöne Lage und deren hohen Freizeitwert hinweisen sowie die immer noch landwirtschaftliche Prägung Gatows symbolisieren. Das Wappen wird hier erstmals vorgestellt, Ihre Meinung ist dabei wichtig. Schildern Sie uns Ihren Eindruck oder Ihre Anregung schriftlich an Herrn Ingo Marquardt, Kladower Damm 141 , 14089 Berlin.

Gatower Wappen


Nun zum Wappen im Detail: Durch seine Form passt es sich absichtlich der Gestalt der Berliner Bezirkswappen an. Damit soll die Zugehörigkeit Gatows zur deutschen Hauptstadt und zur Zitadellenstadt Spandau ausgedrückt werden. Da das Emblem (noch) keinen amtlichen Charakter besitzt, entfällt in der stilisierten Mauerkrone der bei den Bezirkswappen mittig aufgelegte schwarze Berliner Bär auf weißem Schild. Die Landwirtschaft ist über Jahrhunderte ein Haupterwerbszweig der Gatower gewesen. Die Ausfertigung der ältesten bekannten Urkunde über Gatow von 1258 bezieht sich auf eine Schenkung von Roggen(!) aus dem Dorf durch den brandenburgischen Markgrafen Johann I. (1220-1266) an das Spandauer Nonnenkloster St. Marien (auf dem heutigen Gelände der Post an der Klosterstr.).

Daher gebührt der Landwirtschaft ein hervorgehobener Platz im oberen Teil des Wappenschildes, ausgedrückt durch das Goldgelb der blühenden Gatower Felder. Die Ähren stehen synonym für die Gatower Landwirte, wobei die Anzahl der 3 Ähren keinen Bezug zu der tatsächlichen vorhandenen Anzahl der Landwirte herstellt. (Die Europafahne weist auch nur 12 Sterne auf, obwohl in der Europ. Union 25 Staaten vereint sind.) Auf den hohen Freizeitwert deutet die blaue Grundfarbe im rechten(!) Feld hin. Leider ist der Anteil Gatows an der seenartig ausgeweiteten Havel durch die Gebietsrevisionen von 1938 (im Bereich Lindwerder) und 1945 (im Bereich Weinmeisterhorn) reduziert worden, doch verfügt das Haveldorf noch immer über erhebliche Flächen. Die West-Berliner Regattastrecke lag zu Teilungszeiten zum größten Teil in Gatower Hoheitsgewässern. Zahlreiche Lokale und Strände an der Havel luden und laden zum Aufenthalt und Baden ein. Auf die Fischer weisen die Fische hin. Auch hier steht die Anzahl der Tiere unabhängig von der Anzahl der Fischer.
Im Mittelpunkt des Wappens steht die Bescheidenheit aber auch Festigkeit ausdrückende und daher in den preußischen Farben Schwarz und Weiß gehaltene Dorfkirche. Sie ist das älteste erhaltene Bauwerk des Ortes. Die Kirche wurde im 13.Jahrhundert erbaut und legt somit auch ein Zeugnis ab von der deutschen Ostsiedlung im 12.Jahrhundert,durch die das heute noch in Grundstrukturen erhaltene Dorf entstanden ist. Der weiße Untergrund beinhaltet zwei weitere Deutungen: Die Dorfkirche liegt in der ungefähren geografischen Mitte des Ortes und wird weitläufig von unbebauten Flächen umgeben. Das Weiß steht gleichzeitig für den Frieden. Möge es weiterhin so bleiben, den Ortsteil ohne kriegerische Ereignisse erleben zu können. Blau und Grün rahmen den Ortsteil ein. Auch das Grün im linken (!) Feld deutet auf den hohen Freizeit- und Erholungswert hin. Es bestehen lange Reit-, Wander- und Radstrecken in der Natur. Zwar musste Gatow durch Rodungen auf Weisung der britischen Besatzungsmacht 1980 und 1987 auf Teile seines Waldes in der „Gatower Heide“ verzichten, doch verheilen diese Wunden nach und nach. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger kümmern sich engagiert um Gatows Grün.

Nachdem das Dorf mit allen seinen Ausläufern bereits durch die Kirche symbolisiert ist, weisen zwei der Bäume auf die in und an den Wäldern gelegenen Siedlungen Hohengatow und Habicht(s)wald hin. Der dritte Baum symbolisiert die Grünareale entlang der Jaczoschlucht. Das Wappen steht insgesamt auch als ständige Erinnerung, sich der Einzigartigkeit des Platzes Gatow immer wieder bewusst zu werden.
Jeder für sich ist aufgerufen, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und von Verschmutzung abzusehen. Jeder für sich ist aufgerufen, die noch vorhandene historische Bausubstanz vor Abriss oder Verschandelung zu bewahren.
Bei der Wappengestaltung wurde der überlieferten heraldischen Regel Rechnung getragen, dass Metall (Gold = Gelb, Silber = Weiß) nicht an Metall und Farbe ( z. B. Schwarz, Rot) nicht an Farbe grenzen sollen. (Hiergegen verstößt im Übrigen die aktuelle Bundesflagge, während sich das Bismarcksche Kaiserreich an diese Vorgabe hielt). Gatow ist nicht der erste Ortsteil innerhalb eines Bezirks, der sich ein Wappen gibt. Der Havelort schließt nur zu den bereits vorhandenen Ortsteilwappen, bspw. denen im Bezirk Reinickendorf, auf.

Gatower Flagge


Auch das Aussehen der Gatower Fahne wurde bewusst an das Berliner und dementsprechend auch an das bezirkliche Grundmuster angelehnt. Einziger Unterschied ist, dass anstelle der Berliner Bären oder des Spandauer Emblems auf der breiten rot geränderter Grundfläche das Gatower Wappen weht.
Die Urheberschaft des Wappens – auch in der Schwarzweißausführung- wurde notariell beurkundet und für die kommerzielle Nutzung die schriftliche Genehmigung des Urhebers erforderlich.

Positive Resonanz auf Gatower Wappen

Eine - im Verhältnis gesehen - große Anzahl von 14 Gatowerinnen und Gatowern hat sich mit mündlichen oder schriftlichen Stellungnahmen an der Befragung aus dem letzten Land-Kurier zur Präsentation des Gatower Wappens aus Anlass der 750-Jahr-Feier 2008 beteiligt.

Um es gleich vorweg zu nehmen, Ablehnungen gab es darunter keine. Alle Meinungsäußerungen beurteilten das Wappen insgesamt positiv, insbesondere deshalb, weil es "alle heimatkundlichen Fakten berücksichtigt, wie es in einer schriftlichen Stellungnahme hieß.
Anregungen kamen nur in Bezug auf einzelne Gestaltungselemente: Dem Einwand, durch das dunkle Grün würden die schwarzen Bäume nicht recht deutlich, wurde Rechnung getragen Das Grün erhält nun einen helleren Farbton: dem ist auch das Blau angepasst worden, es erscheint jetzt weniger kräftig.
Zwei Hinweise bezogen sich auf eine natur- bzw. detailgetreue Darstellung von Ähren bzw. Kirche. In diesen Fällen musste darauf hingewiesen werden, dass ein Wappen nur die stilisierte Form des Originals wiedergeben kann. Zu viele Einzelheiten würden das Gesamtbild überfrachten.
Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Ihre Stellungnahmen, Dank an Familie Hornig für dieses zügig durchgeführte Gemeinschaftswerk. Hier nun die abschließende Ausführung des vermutlich ersten Wappens von Gatow überhaupt.

Ingo Marquardt